MIBA.2012.02.pdf

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02
12
Februar 2012
B 8784 64. Jahrgang
Deutschland € 6,90
Österreich € 7,60 Schweiz sFr. 13,80
Italien, Frankreich, Spanien € 8,95
Portugal (cont) € 9,00 Belgien € 8,05
Niederlande € 8,75 Luxemburg € 8,05
Schweden skr 96,– Norwegen NOK 89,–
www. miba .de
MODELLBAHN-VEGETATION IM WINTER
MIBA-TEST: P 8 IN TT VON ROCO
Bewährter Dauerbrenner
DIE ETWAS ANDEREN RETTER
Nebenbahn-Lichtsignale
IM MIBA-TEST: MÄRKLIN-V 160 IN H0
Lollo da capo
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ZUR SACHE
K annten Sie Kant? Natürlich nicht
einen festen Maßstab besitzen, an
dem sich die Modelle unserer Vorbil-
der ausrichten.
Zugegeben, auch in der Modell-
bahnwelt war das nicht immer so
eindeutig. In der Baugröße H0 tum-
melten sich noch bis in die 60er-
Jahre hinein Maßstäbe von 1:90 bis
hin zu 1:82. Stellte man Fahrzeuge
verschiedener H0-Interpretationen
nebeneinander, waren die abwei-
chenden Proportionen mit bloßem
Auge sichtbar. Mit der Zeit hat sich
für Halb-Null der Maßstab 1:87 he-
rauskristallisiert, was nach der ein -
persönlich, aber die Älteren wer-
den sich zumindest an den von ihm
entwickelten Kategorischen Imperativ
erinnern, wie er in § 7 seines Grundge-
setzes der reinen praktischen Vernunft
steht: „Handle so, daß die Maxime dei-
nes Willens jederzeit zugleich als Prin-
zip einer allgemeinen Gesetzgebung
gelten könne.“
Das ist ein hoher Anspruch, dem
nicht jeder zu entsprechen vermag –
selbst Persönlichkeiten nicht, deren
Stellenbeschreibungen in einem ande-
ren Grundgesetz zu finden sind. Die
hier gemeinten verwenden
denn auch gern blumige Wor-
te zur Umschreibung ihres
Wertekanons wie Kompass
oder Maßstab. Das soll Stand-
festigkeit suggerieren, ver-
kommt aber gerade deshalb
zur leeren Worthülse, denn
ein Kompass zeigt lediglich
zum magnetischen Nordpol; aus die-
ser Information aber den gesuchten,
den richtigen Weg abzuleiten, bleibt
eine eigene Leistung, die gelingen
kann – aber nicht muss.
Auch kann es nur ein Hilfsmittel
sein, wenn man einen Maßstab anlegt.
Wichtig ist hier nicht das Hilfsmittel
an sich – der Maßstab selbst ist völlig
wertfrei –, sondern die Interpretation
der ermittelten Maße. Wo hört Wahr-
heit auf, wo beginnt Halbwahrheit?
Wann ist vollständige Transparenz ge-
geben und ab wann führt eine Salami-
taktik zur gewollten Vernebelung?
Wir wollen nicht – jedenfalls hier
nicht – den Stab brechen über andere,
deren Vorbildfunktion derzeit zu erlö-
schen scheint. Freuen wir uns als Mo-
dellbahner lieber darüber, dass wir
REALISTISCHER
FAHRSPASS
Stäbe und
Maßstäbe
CAR SYSTEM DIGITAL
fachen Division der Vorbild-Spur-
weite durch die Modell-Spurweite
(1435:16,5=86,96) kaum verwun-
dern kann.
Lediglich in der Baugröße 0 tobt
heute noch ein verbittert geführtes
Gerangel um die Maßstäbe 1:43,5
oder 1:45. Während die einen die
Baugröße 0 tautologisch als doppelt
so groß wie H0 definieren und dabei
ausklammern, dass die Spurweite
32 mm eben nicht das Doppelte von
16,5 mm ist, richten sich immer
mehr Hersteller nach dem mathe-
matischen Ergebnis: 1435:32=44,84,
der Einfachheit halber aufgerundet
zu glatten 1:45. Ach, wäre doch auch
auf anderen Gebieten der richtige
Maßstab so simpel zu ermitteln –
meint
Ihr Martin Knaden
Mag der Winter auch bis zum Redaktionsschluss
dieser Ausgabe ungewöhnlich mild verlaufen sein,
Schneeszenen haben stets ein besonderes Flair.
Bruno Kaiser zeigt daher, wie man die Vegetation im
passend kahlen Zustand bastelt. Foto: Bruno Kaiser
Zur Bildzeile unten:
Roco engagiert sich immer mehr in der Baugröße TT
und bringt als aktuelle Neuheit die gute alte P 8;
Gerhard Peter hat sie getestet. Horst Meier stellt die
Nebenbahn-Lichtsignale in Vorbild und Modell vor.
Märklin bietet nun schon zum zweiten Mal die
beliebte „Lollo“ in H0 an. Wie gut dieses Modell
gelungen ist, zeigt der Test von Martin Knaden und
Bernd Zöllner. Fotos: gp, HM, MK
3
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Auch eingefleischte Apple-User können ihre Anlage am Com-
puter planen. Werner Rosenlöcher stellt das Programm Rail-
Modeller vor, das sich genau so geschmeidig bedienen lässt, wie
Mac-Fans das erwarten. Foto: Werner Rosenlöcher
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Die etwas
anderen
Nebenbahnretter
sind im Sinne dieses
Beitrags einfache
Lichtsignale, die viel
zur Sicherheit auf
eingleisigen Neben-
bahnen beigetragen
haben. Foto: HM
24
Die Brot- und Butter-Wagen der jungen Bundesbahn schlecht-
hin waren die Umbauwagen der Gattung 3yg. Die nämliche
Rolle wird auch den Modellen im – noch jungen – Lenz-Programm
zufallen, denn solche Wagen passen auf jede Anlage ab der Epoche
III. Gerhard Peter stellt die Ypsilon-Gustav näher vor. Foto: gp
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INHALT
RUBRIK
MODELLBAHN-ANLAGE
Von Götzenhof nach Cornberg (1. Teil)
Was für ein Tag in Cornberg!
8
Umzugsfreundliche Märklin-H0-Anlage (2)
Ausflug nach Altburg
44
VORBILD
Die DR-Schnellzugloks der BR 03.10
Eleganz auch ohne Schale
16
Die Vorserienloks der Baureihe V 160
Lollo Kruppo
64
MIBA-TEST
Die BR 03.10 als H0-Modell von Gützold
Eleganz en Miniature
20
Vorserien-V160 als H0-Modell von Märklin
Lollo da capo
Frank Mäule ergänzte seine Anlage Götzenhof um einen weiteren Bahnhof: Cornberg.
Auch durch diesen Bahnhof fuhren in der Epoche III zahlreiche Züge mit klingenden
Namen. Kein Wunder, dass sich zwei junge Fotografen einen ganzen Tag lang auf die Lauer
legten und viele interessante Motive vor die Linse bekamen. Foto: Stephan Rieche
8
66
Die BR 52 von Fleischmann in N
Gebrauchslok
72
Die BR 38 von Roco in TT
Bewährte P 8
76
VORBILD + MODELL
Kompakte Lichtsignale auf Nebenbahnen
Der etwas andere Retter
24
Die BR 84 und ihr TT-Modell von Tillig
Den Bogen raus?
60
Die Rungenwagen R 02 und ihre
Fleischmann-H0-Modelle
Was lange währt …
80
MODELLBAHN-PRAXIS
Die kalte Jahreszeit auf der Anlage
Vegetation im Winter
28
Zurück in die 50er
Kleine Tanke für Isabella und Co. 78
LESERUMFRAGE
Große VGB-Leserumfrage
Das Goldene Gleis
37
NEUHEIT
H0-Bausatz von Joswood
Die alte Dreherei
Die Baureihe 03.10 der Deutschen Reichsbahn kam gerade rechtzeitig zu Weihnachten
von Gützold. Das gelungene Modell wird ob seiner präzisen Detaillierung von Franz
Rittig vorgestellt, die Technik hat Bernd Zöllner geprüft. Foto: gg
20
52
Kinder der DB – und des Lenz-Programms
Dreiachsige Pärchen in 0
Jetzt haben auch die TT-Bahner ihre Baureihe 84. Anlässlich des TT-Modells von Tillig
skizziert Franz Rittig die Geschichte des Vorbilds und beschreibt gemeinsam mit
Gideon Grimmel, der das Modell testete, dessen gelenkige Konstruktion. Foto: EJ-Archiv
70
60
Omm 52 und Off 52
Brawas Ouvertüre in 0
74
SOFTWARE
Anlagenplanung mit dem Mac
RailModeller
56
RUBRIKEN
Zur Sache
3
Leserbriefe
7
Veranstaltungen · Kurzmeldungen
84
Bücher
86
Neuheiten
88
Kleinanzeigen
100
Vorschau · Impressum
108
5
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LESERBRIEFE
MIBA 12/11 Editorial
hatte, gilt gleichermaßen: Endlich mal
wieder Berichte, die nicht so knochen-
trocken formuliert sind! Und die Be-
schreibung eigener „Fehler“ macht die
Sache ja noch viel sympathischer. Bitte
mehr davon! Axel Brinkmann (E-Mail)
Trends und Trendmacher
Mit seinem Editorial rennt Dr. Franz
Rittig nicht nur bei mir offene Türen
ein, denn er hat natürlich recht: Es ist
eben nicht die Jugend, die die Zukunft
dieser Branche sichert! Deshalb finde
ich auch Märklins Ansatz mit angeblich
-zigtausend erfolgreich abgesetzten
Spielzeug-ICE-Zügen falsch. Es wäre ja
nicht die erste Fehlentscheidung beim
Marktführer ...
Erinnern wir uns doch der eigenen
Kindheit: Da gab es sehr wohl eine Zeit,
die nur der Modellbahn gehörte, die
aber nicht ewig anhielt. Denn irgend-
wann waren andere Dinge interessan-
ter, sodass die Modellbahn in Kisten
verschwand und vergessen war. Erst in
etwas reiferem Alter fanden viele wie-
der zurück und begeisterten sich er-
neut für dieses Hobby.
Die Modellbahner von heute möchte
ich in zwei Hauptkategorien teilen. Da
ist zunächst das „Mittelalter“ zwischen
dem 30. und (etwa) dem 45. Lebens-
jahr, fast immer sind Kinder zwischen
dem zweiten und 14. Lebensjahr da,
zumeist gibt es einen Hobbyraum, bis-
weilen auch das eigene Haus.
Es folgen die „Silbernen“, so ab Mitte
40 aufwärts. Die Kinder sind oft schon
aus dem Haus. Zeit, Geld und Platz fürs
Hobby sind stärker vorhanden als zu-
vor. Dass Marketingabteilungen und
Werbeagenturen diese Zielgruppe der
„best ager“ (50 plus) lange Zeit ver-
nachlässigt haben, ist ihnen inzwi-
schen branchenübergreifend bewusst
geworden – mit Ausnahme vieler Mo-
dellbahnhersteller, die noch immer
dem „Jugendwahn“ hinterher laufen.
Besonders Gewitzte glauben wieder-
um, dass man Leute mit höherer Kauf-
kraft auch kräftig zur Kasse bitten kön-
ne – anders lässt sich manche preispo-
litische Ungereimtheit nicht erklären.
Die Zukunft der Modellbahn liegt nur
sehr begrenzt in der Jugend, und wer
seine Käufer nicht gut genug kennt so-
wie durch preiswürdige Produkte und
hervorragenden Service pflegt, dem
wird schon bald keine Zukunft mehr
vergönnt sein – jedenfalls nicht als Her-
steller. Wolfgang Baumann (E-Mail)
Digitale Modellbahn
Service
Schatten und Licht
Als ich in die digitale Modellbahnwelt
einsteigen wollte, stellte sie sich mir als
Durcheinander dar, ohne klare Infor-
mationen von den betreffenden Fir-
men, ohne Übersichtlichkeit bei Digital-
zentralen, Decodern, Kabelquerschnit-
ten, Verdrahtungen, das notwendige
Zubehör und die Kombinationsmög-
lichkeiten. Hilfreich waren jedoch die
Publikationen in der MIBA.
Schließlich gelang mir der Kontakt,
zur Firma LDT, der ich für ihre gedul-
dige Beratung dankbar bin. Der Firma
ging es primär nicht um Umsätze, son-
dern um die Zufriedenheit potenzieller
Kunden. Stets erhielt ich qualifizierte
Auskünfte. Die Anschlussbeispiele und
Beschreibungen auf der LDT-Internet-
seite waren mir immer sehr hilfreich.
In bester Erinnerung habe ich eine Per-
sönlichkeit, deren überzeugende Art
ich besonders hervorheben möchte:
Großes Dankeschön an Herrn Peter
Littfinski! Lothar Kurth (E-Mail)
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an die Redaktion
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Weichenantriebe
Mangelprodukt
Aus meiner Sicht gibt es, trotz aller
Hochtechnologie im Modellbahnsektor,
noch immer keine motorischen Wei-
chenantriebe zu erschwinglichen Prei-
sen. Ich stelle mir einen motorischen
Unterflur-Weichantrieb vor, der neben
der Endabschaltung noch wenigstens
über zwei bis drei weitere Umschalt-
kontakte verfügt und dabei so gestaltet
ist, dass sich eine zur jeweils angetrie-
benen Weiche gehörende Weichenla-
terne auch ohne größere Probleme und
ohne schwer oder gar nicht justierba-
ren Stellstangenverhau montieren und
in Betrieb nehmenn lässt.
Es kann doch nicht Sinn der Sache
sein, dass an den teilweise teuren An-
trieben noch zeitaufwendige Basteleien
notwendig werden, bis sie die ihnen
zugedachten Aufgaben zufriedenstel-
lend erfüllen! Einige noch immer vor-
handene Uraltkonstruktionen bedürf-
ten dringender Überarbeitung. Ich hal-
te perfekte Weichenantriebe für weit
wichtiger als irgendwelchen Elektro-
nikschnickschnack. W. Huber (E-Mail)
E-Mail: abo@miba.de
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MIBA 12/11 Auf nach Katzenzoll
Frisch, freundlich, informativ
Sowohl für den ersten Teil „Auf nach
Katzenzoll“ als auch für den zweiten
Teil, der das klare Betriebskonzept mit
der raffinierten Steuerung zum Inhalt
Leserbriefe geben nicht unbedingt die
Meinung der Redaktion wieder; im
Interesse größtmöglicher Meinungs-
vielfalt behalten wir uns das Recht zu
sinnwahrender Kürzung vor.
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MIBA-Miniaturbahnen 2/2012
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Zgłoś jeśli naruszono regulamin